www.welt.de, October 2007
Mit einer Reihe von Aktionen startet die Ausstellung der "Schönsten Franzosen" in der Neuen Nationalgalerie in die letzte Woche. Noch bis zum 7. Oktober sind die 150 französischen Meisterwerke aus dem New Yorker Metropolitan Museum of Art am Kulturforum zu sehen. Schon jetzt steht fest: "Die Franzosenschau ist genauso erfolgreich wie die MoMA vor drei Jahren", sagt Katharina von Chlebowski, Sprecherin des Freundeskreises. Fast 600 000 Besucher sahen die Schau seit dem 1. Juni. Mit insgesamt 500 000 Gästen hatte der Verein der Freunde der Nationalgalerie, gerechnet. In der verbleibenden Zeit bis zum 7. Oktober können die Bilder und Skulpturen jeden Tag - außer Montag - von 10 Uhr bis Mitternacht besichtigt werden. Die Kassen sind von 9 bis 23.30 Uhr geöffnet. Wer sich einmal eine ganze Nacht lang in die Welt von Degas, Monet und Courbet entführen lassen will, hat dazu vom 2. zum 3. Oktober die Chance. Diese Nacht ist eine sogenannte nuit blanche. Das heißt: Die Ausstellung bleibt von Dienstag, 10 Uhr, bis Mittwoch, 24 Uhr, geöffnet. In der Zeit von 0 bis 6 Uhr kostet der Eintritt nur 5 statt 10 Euro. Bereits morgen startet eine weitere Aktion: Vom 30. September bis 7. Oktober werden ungefähr 25 Ausstellungsrequisiten bei Ebay versteigert. "Die Besucher haben immer wieder nach den Fahnen am Haus oder den Werbeplakaten in der Stadt gefragt", sagt die Freundeskreis-Sprecherin. Diese Jagd auf die "originellen Originale" der Ausstellung habe sie dazu bewogen, nun einige Unikate zur Auktion freizugeben. Mit dabei ist auch ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Livespeaker", die die Bilder-Erklärer getragen haben. Souvenirs rund um die Ausstellung, wie Stifte, Karten, Buttons, können noch in einem zweitägigen Ausverkauf bis zum 9. Oktober erworben werden. In der letzten Woche rechnet der Freundeskreis der Nationalgalerie noch einmal mit einem Ansturm. Bereits jetzt hätten die Besucherzahlen zugelegt, sagt Katharina von Chlebowski. Kamen im Sommer im Durchschnitt täglich 5000 Besucher, sind es im Moment 5900. Zum Vergleich: Bei der legendären MoMA-Ausstellung waren es täglich etwa 6200 Besucher. Eine "normale" Ausstellung ziehe etwa 3500 Besucher am Tag an, sagt Frau von Chlebowski. Insofern sei bereits klar, dass der Erfolg beider Ausstellung vergleichbar sei. Während das Konzept der Livespeaker, die vor Ort den Besuchern weiterhelfen, von der MoMA übernommen wurde, gab es in der Franzosenschau einige Neuerungen: Erstmals wurden ein neues Ticket-System und ein Kinder-Audioguide getestet. Beides habe sich bewährt und werde auch in den künftigen Ausstellungen zum Einsatz kommen, sagte Katharina von Chlebowski. Wartezeiten bis zu 16 Stunden - wie bei der MoMA-Schau - gehörten dank des Tickets mit Einlassnummer der Vergangenheit an. Nur während des größten Andrangs in der Mittagszeit mussten die Besucher bis zu zwei Stunden warten. Sonst ging es schneller. Erstmals wurde auch ein Kinder-Audioguide, den die Antenna Audio GmbH mit Schauspielern produziert hat, getestet. "Monsieur Henri", der den kleinen Besuchern Geschichten über seine Lieblingsbilder erzählt, kam genauso gut bei Erwachsenen an.
Von Katrin Lange
Doha, State of Qatar, 22 November 2008
London, October 2008
Brescia, 19 November 2008